
Zukunftskonzept Nahverkehr für Rheinland-Pfalz
Nach der Bahnreform und dem mit ihr verbundenen Übergang der Verantwortung für den Nahverkehr auf die Länder hat das Land Rheinland-Pfalz mit dem Rheinland-Pfalz-Takt schon 1994 ein sehr erfolgreiches Nahverkehrskonzept ungesetzt: mit einem vertakteten Verkehrsangebot, attraktiven Fahrzeiten, bequemen Fahrzeugen, reaktivierten Strecken, modernen Bahnhöfen und einer nahezu flächendeckenden Verbundstruktur. Das Resultat: ein um 50 % ausgeweitetes Zugangebot und einen Zuwachs von ca. 100 % bei der Beförderungsleistung.
Seit 1994 haben sich viele Rahmenbedingungen verändert. Mit dem Zukunftskonzept Rheinland-Pfalz-Takt 2015 wird daher das gesamte Verkehrsangebot auf der Schiene erneut überarbeitet. Als gemeinsames Projekt der beiden Zweckverbände Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord und Süd (SPNV-Nord/ZSPNV-Süd), des Landes Rheinland-Pfalz und des Saarlandes in Abstimmung mit den fünf rheinland-pfälzischen Verkehrsverbünden sowie den benachbarten Aufgabenträgern legt er den Grundstein für einen nach aktuellen Anforderungen weiterentwickelten landesweiten Nahverkehr der Zukunft mit einem deutlich ausgeweiteten Verkehrsangebot.
Um bei möglichst geringem Finanzmitteleinsatz einen möglichst hohen verkehrlichen Nutzen zu erzielen, erfolgt eine enge Abstimmung zwischen den Bereichen Angebotsplanung, Infrastruktur, Bahnhöfe und Fahrzeuge sowie der mittelfristigen Finanzplanung für den Rheinland-Pfalz-Takt.
Die Ergebnisse des Projektes Rheinland-Pfalz-Takt 2015 stellen dann die neue Basis für die weitere Entwicklung dar und können im Rahmen zukünftiger wettbewerblicher Verfahren schrittweise umgesetzt werden.
Die Finanzierung der Verkehrsleistungen im Rheinland-Pfalz-Takt 2015 basiert auf einem Dreiklang aus:
In Verbindung mit der frühzeitigen Planung der Maßnahmen und der Einigung auf ein Zielkonzept schafft dieses Modell deutliche finanzielle Spielräume für neue Angebote.
Um belastbare Aussagen zum zukünftigen Zuschussbedarf je Teilnetz zu haben, wurden für alle Linien/Teilnetze nach Festlegung der Detailfahrpläne (Grundtakte & Verdichter) und Durchführung der Umlaufplanung Wirtschaftlichkeitsrechnungen angestellt. Dabei werden mögliche Reaktivierungen in die Teilnetze integriert.
Das Gesamtergebnis dieser Wirtschaftlichkeitsrechnungen bildet die Grundlage der letztendlichen Angebotsplanung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Finanzmittel. Auf dieser absehbar finanzierbaren Basis wird die Ausschreibung der einzelnen Teilnetze vorbereitet und anschließend in der Detailplanung weiter in Richtung eines ausgewogenen Verhältnisses von Angebot und Wirtschaftlichkeit optimiert.
Aufgabenträger des Schienenpersonennahverkehrs in Rheinland-Pfalz sind die beiden rheinland-pfälzischen Zweckverbände SPNV-Nord und -Süd, in denen neben dem Land Rheinland-Pfalz alle Landkreise und kreisfreien Städte des jeweiligen Verbandsgebietes vertreten sind. Sie planen, organisieren, vergeben und beauftragen die landesweiten Verkehrsleistungen auf der Schiene und den Bus-RegioLinien.