„Der Landauer Hauptbahnhof mit seinem Busbahnhof ist für den gesamten Bereich der Südpfalz eine wichtige Verkehrsdrehscheibe, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird“, so Werner Schreiner, Geschäftsführer der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN GmbH) aus Anlass der Präsentation der Pläne für den Bahnhof und das Bahnhofsumfeld.
Die Veranstaltung fand im zukünftigen Landauer Stadtarchiv statt, das im Rahmen der Umgestaltung des Bahnhofsbereichs im ehemaligen Postgebäude direkt beim Landauer Hauptbahnhof eingerichtet wird. Gäste können so in Zukunft nicht nur zu Ausstellungen problemlos anreisen.
Gemeinsam mit dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd), der im Rahmen seiner Ausschreibungen der Verkehrsleistungen in der Südpfalz ab Dezember 2010 den Schienenverkehr weiter voranbringen will, wird sich der VRN gemeinsam mit der Stadt Landau und dem Landkreis Südliche Weinstrasse bemühen, die Bus- und Ruftaxiverkehre noch besser untereinander zu vernetzen. Dies stellt eine große Herausforderung dar, sind doch die Buslinien derzeit schon in Weißenburg/Wissembourg und Bad Bergzabern und zukünftig (ab 2010) auch in Albersweiler, Annweiler und Landau noch intensiver mit der Schiene verknüpft.
Derzeit ist der Landauer Hauptbahnhof durch 10 Bus- und 8 Ruftaxilinien mit dem Umland verknüpft. Rund 20.000 Fahrgäste nutzen montags bis freitags diese Busangebote, wobei Fahrten zur Ausbildung und zur Arbeit den wesentlichen Anteil der Fahrten darstellen. Rund 10 Prozent der Fahrgäste nutzen in Landau die Möglichkeit vom Bus auf den Zug oder umgekehrt umzusteigen, etwa 7 Prozent der Fahrgäste steigen zwischen den verschiedenen Buslinien um. Die Zahl der Umsteiger von Bus zu Bus am Landauer Hauptbahnhof gibt jedoch nur einen Teilausschnitt der Fahrgastzahlen beim Umstieg von Bus zu Bus wieder, da im Stadtbereich noch weitere Möglichkeiten zum Umstieg zwischen den verschiedenen Buslinien bestehen.
Die Ruftaxis verkehren in den Tagesrandlagen zum Teil im 30-Minuten-Takt und sind aufeinander abgestimmt. Soweit möglich, soll hier ab 2010 ebenfalls noch eine bessere Vernetzung mit den Zügen des Rheinland-Pfalz-Taktes erfolgen.
Neben dem Verkaufszentrum der DB AG betreibt der Regionalbusverkehr Südwest direkt neben dem Hauptbahnhof noch ein Informationszentrum, in dem auch alle Fahrausweise des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN) und des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) erworben werden können.
„Kundeninformation ist eine ganz wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen ÖPNV“, so VRN-Geschäftsführer Werner Schreiner. Der VRN will daher in Gesprächen mit dem ZSPNV Süd, der Stadt und der DB-Tochter „Station & Service“ für abgestimmte Informationen auf den Bahnsteigen und im Busbahnhof werben, damit die Kunden problemlos über den Reiseverlauf informiert sind. Gleiches gilt für die Schaffung möglichst barrierefreier Zugänge zu den einzelnen Verkehrsmitteln.
Wenn dann in den kommenden Jahren (2013) die Busverkehre im Raum Landau in den Wettbewerb gehen, werden wir uns gemeinsam mit Stadt und Landkreis bemühen, die Angebote noch weiter zu verbessern und auch das Qualitätsmanagement dazu ausbauen. Erste Gespräche wurden diesbezüglich mit den Aufgabenträgern bereits geführt.
Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) freut sich, dass das Land Rheinland-Pfalz die Maßnahmen für den ÖPNV fördert, und die Stadt Landau zusammen mit der DB AG die Umgestaltungsmaßnahmen, Neugestaltung der Bahnsteige des Landauer Hauptbahnhofes und des Bahnhofsumfeldes inklusive des Omnibusbahnhofes, in Angriff nimmt. Mit der heutigen Veranstaltung ist der Startschuss für eine langfristige Entwicklung gegeben.
Der VRN hofft, dass die Bauherren von dem verschont bleiben, was den Pfälzischen Eisenbahnen in den Jahren 1897 bis 1899 „zu schaffen“ machte: Nach den ersten Planungen beliefen sich dort die Kosten für den Umbau des Landauer Hauptbahnhofes auf 292.000 Mark, nach Detailuntersuchungen mussten dann rund 1,2 Mio. Mark im Budget der Pfälzischen Bahnen veranschlagt werden.
Der Unterschied zu heute: Die Bahn war zwar damals auch schon „Privat“ hat aber nach „meiner derzeitigen Aktenkenntnis“ so der VRN Geschäftsführer, das ganze Vorhaben finanziell allein gestemmt. Mag sein, dass wir im neuen Stadtarchiv vielleicht eines Tages noch etwas anderes zu Tage fördern. Doch unabhängig davon, „die Landauer Bahnhöfe könnten durchaus auch einmal Thema einer historischen wissenschaftlichen Untersuchung sein“, so die Meinung von Geschäftsführer Werner Schreiner, der sich in seiner Freizeit viel mit der Bahnhistorie befasst.