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29.02.12

ZSPNV SĂĽd: Rheinland-Pfalz-Takt an der Nahe, in Rheinhessen und der Pfalz wird verbessert

Kategorie: ZSPNV SĂĽd, Gebiet VRN, Gebiet KVV

 

Kaiserslautern: In der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehrs Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) am 30. Januar 2012 in Kirchheimbolanden wurde über die Vergabe des Ausschreibungsverfahrens „Dieselnetz Südwest“ entschieden.

 

Bei den beiden zur Vergabe anstehenden SPNV-Leistungen haben sich in Los 1 das Unternehmen „DB Regio AG“ und in Los 2 die „Regentalbahn AG  -  Die Länderbahn“ als künftiger Anbieter durchgesetzt.

 

Mit der am 28. Februar 2012 erfolgten Zustimmung der saarländischen Landesregierung zur Vergabe kann der nach Vergaberecht nötige offizielle Zuschlag auf das jeweilige Angebot der beiden Unternehmen vorbereitet werden.

 

„Damit sind die Weichen für deutliche Verbesserungen des Rheinland-Pfalz-Taktes an der Nahe, in Rheinhessen ab Dezember 2014 und der Pfalz ab Dezember 2015 gestellt worden. Für die Kunden werden sich insbesondere durch den Einsatz von neuen, barrierefreien Fahrzeugen, zusätzlichen Verbindungen, die Reaktivierung der Bahnlinie Heimbach – Baumholder für den Personenverkehr, mehr Zugbegleiter und den Ausbau des personenbedienten Fahrkartenverkaufs erhebliche Verbesserungen ergeben,“ erklärt Dr. Winfried Hirschberger, V erbandvorsteher des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehrs Rheinland-Pfalz Süd und ergänzt: „Mit der erstmaligen Anwendung von Tariftreueregelungen in einem rheinland-pfälzischen Vergabeverfahren sichern wir hohe soziale Standards und sorgen mit der Vertragslaufzeit von 22,5 Jahren für langfristig gesicherte Arbeitsplätze bei beiden Unternehmen. Durch die Ausweitung des Zugverkehrs ist darüber hinaus mit zusätzlichen Arbeitsplätzen im Bereich der Schiene zu rechnen“.

 

Im „Los 1“ mit einem Volumen von jährlich rund drei Millionen Zugkm hat sich die DB Regio AG als günstigster Anbieter durchgesetzt. Sie wird ab Dezember 2015 den Zugverkehr auf folgenden Bahnlinien weiterführen:

 

- Neustadt – Bad Dürkheim – Grünstadt – Monsheim,

- Frankenthal – Freinsheim – Grünstadt – Ramsen (Eiswoog),

- Worms – Alzey – Bingen,

- Worms – Biblis,

- Worms – Bensheim und

- Weinheim – Fürth i. Odw.

 

Das bundeseigene Unternehmen wird für die Züge im Dieselnetz Südwest neue Triebwagen vom Typ LINT (Lint 41 mit 112 Sitzplätzen und Lint 54 mit 160 Sitzplätzen) des in Salzgitter ansässigen Alstom-Konzerns kaufen. Damit ist eine weitgehende Fertigung der Fahrzeuge in Deutschland verbunden.

 

Schon ab Dezember 2014 wird die „Regentalbahn AG - Die Länderbahn “ im „Los 2“, für eine Vertragslaufzeit von 22,5 Jahre, folgende regionalen Schienenverkehrsangebote übernehmen:

 

- Den Zugverkehr auf der Bahnstrecke Mainz – Alzey – Kirchheimbolanden,

- die Regional-Expressleistungen zwischen Frankfurt – Mainz – Bad Kreuznach – Idar Oberstein – Saarbrücken,

- einzelne umsteigefreie RegionalexpresszĂĽge zwischen Mainz und Kaiserslautern ĂĽber Bad Kreuznach sowie

- die Regionalbahnleistungen Mainz – Idar Oberstein – Baumholder/Türkismühle.

 

Das Unternehmen wird den Betrieb ebenfalls mit Neufahrzeugen vom Typ LINT (Lint 54 mit 160 Sitzplätzen und Lint 81 mit 270 Sitzplätzen) durchführen. Ab Dezember 2016 ist durch die Einführung eines Regional-Expresses zwischen Kaiserslautern – Rockenhausen – Bingen – Koblenz eine weitere Angebotsverbesserung vorgesehen. Insgesamt beinhaltet das Los 2 rund sieben Millionen Zugkilometer pro Jahr.

 

In parallel laufenden Entscheidungsverfahren haben sich alle Beschlussgremien der Partner im Dieselnetzes SĂĽdwest fĂĽr die Zuschlagserteilung an die beiden Unternehmen ausgesprochen.

 

 

 

Eine Integration der Bahnstrecke Monsheim – Langmeil (Zellertalbahn) in den Rheinland-Pfalz-Takt im Zusammenhang mit dem Start der Dieselnetze Südwest als tägliches Zugangebot ist aus wirtschaftlichen Gründen leider nicht möglich. Ziel des Zweckverbandes ist es aber, die Infrastruktur der Bahnstrecke in Zusammenarbeit mit dem Land und den kommunalen Gebietskörperschaften als direkte Verbindung zwischen den Netzen Rheinhessen und Westpfalz auch weiterhin zu erhalten. 

 

 

 

 

 

Die Regentalbahn AG  -  Die Länderbahn ist Teil des Verkehrsdienstleisters NETINERA Deutschland GmbH       und gehörte ursprünglich zum Arriva-Konzern. Nach dessen Übernahme durch die Deutsche Bahn AG musste diese im Jahr 2010 den deutschen Anteil aus kartellrechtlichen Gründen verkaufen. Der Käufer war ein Konsortium unter Führung der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato Italiane. Damit ist die Regentalbahn AG bzw. Netinera Teil des drittgrößten Verkehrskonzerns in Europa mit 8 Mrd. € Umsatz. In Deutschland betreibt die Regentalbahn seit vielen Jahren erfolgreich Regionalverkehre in Bayern und Sachsen. Seit Dezember 2007 fährt das Unternehmen mit dem sogenannten ALEX nicht nur Regionalexpresszüge von München nach Oberstorf und Lindau, sondern, als Ersatz für frühere DB-Interregio-Züge, auch in die tschechische Hauptstadt Prag.


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