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Jüdische Geschichte in Worms und Speyer

Jahrhundertelang waren Worms und Speyer unter dem besonderen Schutz der jeweiligen Lehnsherren mit ihren einflussreichen jüdischen Gemeinden Hochburgen jüdischen Lebens und jüdischer Kultur in Europa. Im Zuge der Pogrome des 14. Jh.s wurden sie vollständig ausgelöscht. Geblieben ist in beiden Städten ein vielfältiges, noch heute sichtbares Erbe, das zu den wertvollsten jüdischen Zeugnissen des Mittelalters in Mitteleuropa zählt. In Worms bilden die historische Synagoge mit dem Ritualbad der Frauen (Mikwe), der Alte Jüdische Friedhof „Heiliger Sand” – der älteste in Europa – und das Raschi-Haus als ehemaliges Tanz- und Festhaus der Gemeinde mit seinen Exponaten ein facettenreiches Ensemble. Die nahezu unverändert erhaltene mittelalterliche Mikwe in Speyer mit den Resten der angrenzenden Synagoge ist weltweit eine der ältesten erhaltenen Anlagen dieser Art und führt in das religiöse Leben der jüdischen Gemeinden ein. In beiden Städten lässt sich auch die städtebauliche Situation der jüdischen Viertel innerhalb der christlichen Stadt und v. a. zum jeweiligen Dom erarbeiten. Durch die guten Zugverbindungen lassen sich je nach Länge der Anreise auch beide Städte zu einem gemeinsamen Klassenausflug verbinden. Die Fahrzeit zwischen Worms und Speyer beträgt mit dem Regionalexpress RE 4 nur ca. 30 Minuten.

Spezielle Angebote

In Worms bietet die Touristinformation eine Reihe interessanter Programme für Schulklassen an. Dazu gehört z. B. der Materialienkoffer "Jakobs Koffer", mit dem vielseitige Facetten jüdischen Lebens spielerisch vermittelt und "begreifbar" gemacht werden können. Die Schülerinnen und Schüler legen einen Tallit um, zünden die Sabbatkerzen an, singen ein Sabbatlied, können eine Torarolle basteln oder eine Mesusa, in die hebräische Sprache und Schrift hineinschnuppern oder lernen mit Channukkaleuchter, Purimratschen oder Sederteller und Mazzen die jüdischen Festtage kennen. Die individuel gestalteten Programme können zeitlich zwischen einer Stunde und einem ganzen Projekttag variieren, auf das Alter der Klasse abgestimmt werden und finden in der Regel in der Frauensynagoge oder im Raschihaus statt. Die konkrete Ausgestaltung wird mit den Betreuern vereinbart.

 

Infos und Buchung: www.worms.de

Unser Tipp:

Im Zentrum von Speyer, nahe Rhein und Technik-Museum, liegt das bademaxx (LINK) Speyer, ein großes Hallenbad mit einer Rutsche und Becken im Innen- und Außenbereich. Vom Dom aus gehen Sie ca. 10 Minuten, vom bademaxx zum Bahnhof knapp 30 Minuten. In Worms könnte ein Besuch des Tierparks (LINK) als Ausgleichsprogramm den Tag beschließen, der ca. 30 Fußminuten vom Jüdischen Friedhof bzw. Dom entfernt liegt.

 

Weitere Informationen:
Internet Worms: www.worms.de
E-Mail Worms: Touristinfo(at)worms.de
Telefon Worms: 0 62 41 / 2 50 45
Internet Speyer: www.speyer.de
E-Mail Speyer: touristinformation(at)stadt-speyer.de
Telefon Speyer: 0 62 32 / 14 23 92
Führungen: ja
Gastronomie: in der Nähe
Picknick-Möglichkeit: in der Nähe

Der „Heilige Sand” von Worms

Der jüdische Friedhof von Worms entstand wohl zusammen mit dem Bau der ersten Synagoge 1034. Damit ist er der älteste seiner Art in Europa – auch christliche Friedhöfe aus dieser Zeit sind nicht erhalten. Der älteste noch vor Ort vorhandene Grabstein ist der von Jakob ha-bachur aus dem Jahr 1076. Man erkennt ihn wie die übrigen Stelen des 11. Jh.s an seiner einfachen Rechteckform mit einem umrandeten Schriftfeld und Linien zur Trennung der Zeilen. Die zahlreichen Grabsteine des 12. Jh.s sehen ähnlich aus, weisen allerdings weder diese Linien noch die Umrahmung auf. Die Grabsteine ab der Zeit der Gotik sind mit den typischen Stilmerkmalen der jeweiligen Epoche verziert – z. B. der des bis heute als großer Gelehrter und Märtyrer verehrten Rabbis Meir von Rothenburg (1220–1293), den man nahe am Eingang findet. Im Vorhof des Friedhofs steht ein Brunnen für die rituelle Reinigung der Hände nach dem Besuch. Neben dem hölzernen Eingangstor ist das Totengebet als Sandsteintafel in die Mauer eingelassen. Besonders eindrucksvoll ist der so genannte „Martin-Buber-Blick” über den Friedhof und die Stadtmauer auf den Dom. Hier lassen sich die historische Einheit von christlicher und jüdischer Kultur in der mittelalterlichen Stadt und ihre spätere gewaltsame Trennung noch einmal vertiefen.

 

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Infobox

Strecke: Karlsruhe – Speyer – Ludwigshafen – Worms – Mainz

Verbindung: RE 4, RB 35, RB 44

Halt: Worms Hauptbahnhof

Fußweg vom Bahnhof: 10 Min.

Verkehrsverbund: VRN/RNN

 

Strecke: Karlsruhe – Speyer – Ludwigshafen – Worms – Mainz

Verbindung: RE 4, RB 44, RB 51, RB 59, S3, S4

Halt: Speyer Hauptbahnhof

Fußweg vom Bahnhof: 10 Min.

Verkehrsverbund: VRN

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